Presseberichte

 

Pressesprecherin: Jenny Overmeier und stellvertretend: Jessica Schuster, Robin Rößing.


WAZ, Gladbeck, 25.10.2009

Das "Ruhrpott-Pourie-Ensemble" war bereits zum neunten Mal in der Stadt zu Gast. Und die Zuschauer waren wie immer begeistert von der Show.

Die Zuschauer in der Stadthalle applaudierten schon lautstark, bevor überhaupt ein Ton gesungen, ein Schritt getanzt wurde. Man kennt sich eben, die Gladbecker und das „Ruhrpott-Pourie-Ensemble" aus Oberhausen, dass nun schon zum neunten Mal zur „Musical Night" lädt.

Es begann mit einer wogenden Totale aus vielen bunten Tänzern vor einer wild glitzernden Wand. Sie spielten Luftgitarre, machten den Radschlag oder rutschten auf Knien und sprangen umher - alles im irren Look der 8oer. „Ich will, was mir gefällt”, sangen sie dazu.

Später Geiersturzflug und Nena. Die Gladbecker stiegen trotz anfangs wackelnder Technik direkt mit ein in diese fröhliche Retro-Welle und jubelten jauchzend. „Aaaah”, seufzte dann auch Ensemble-Leiterin Birgit Zacher genießerisch, als sie zur ersten Moderation vor ihr Publikum trat: „Schön, dass ihr da seid.” Sie führte mit dem scharfzüngigen Charme einer Désirée Nick durch den Abend („das Luder will nicht wachsen, und sifft vor sich hin”), und schweifte lediglich mit ausführlicher Eigenwerbung ab. Dabei singt doch ihr Chor für sich.

Ihr rund 50-köpfiges Ensemble aus engagierten Nicht-Profis spielte und sang und tanzte sich ausdauernd durch ein Programm, ähnlich bunt, wie die 80er selber: Nachdem sie diese verließen, wurde es historisch-melancholisch unter einer rosa Straßenlaterne in „Les Misérables” plus Gasttenor Pedro de Castro, dann rockte Queen, später zauberhaft: „Wicked: die Hexen von Oz” - eben eine wahres Potpourri aus der Musicalwelt.

Und auch die Vampire tanzten, ein beeindruckender Part: In einer düsteren Grablandschaft aus Särgen entstiegen diesen Vampire, zombiehaft zuckend, im Schummerlicht. Alle Stärken des Abends waren auf diesem Friedhof gebündelt.

Denn die Musical-Night hatte auch ihre Stimmen, aber vor allem die liebevoll skizzierten Bilder und Farben, die präzisen Choreografien glänzten in Gladbeck. Nicht überraschend also, dass Kostüm-Chefin Andrea einen heftigen Applaus erntete, als sie mit Zacher aus dem Nähkästchen plauderte.

Die Kostüm-Chefin ist übrigens auch Mutter. Interessant deshalb, weil beim „Pottpourie” auch Kinder auftreten. Die Allerkleinsten Künstler nennen sich "Pöttchen" (zwischen vier und neuen Jahren) und tollten singend beim „Geist der Weihnacht” durch ein Zimmer mit Christbäumen, Schneemann und Geschenken. Irgendwann vorher marschierten sie schon als Erdbeeren verkleidet über einen Strand und sicherten sich mit ihren niedlichen, aber auch treffsicheren Auftritten den Status: heimliche Helden.

Das alles gefiel dem Publikum. Auch noch nach dem letzten Ton.


NRZ 13.11.2007 / Lokalausgabe OB

Schöne Stimmen, tolle Songs und eine mitreißende Show - so lässt sich kurz zusammenfassen, was das Publikum an diesem Wochenende bei der Premiere des neuen Musical-Programms des Ruhrpott-Pourie-Chors im Lito-Palast in Sterkrade erwartete.

Den Chor gibt es inzwischen im siebten Jahr; er gehört zur Musikschule Thies, seine Mitglieder sind junge (sechs bis 26 Jahre alt) Sängerinnen und Sänger in der Gesangsausbildung. Seit fünf Jahren feiert er die Premiere seiner neuen Programme im Lito-Palast. In diesem Jahr gab das junge Ensemble erstmals auch eine Samstagnachmittag-Vorstellung.

Der zusätzliche Termin war nötig geworden, weil sich die Fans schon um die Karten für die drei Abendshows gerissen hatten. Und selbst am Samstagnachmittag sang und spielte das Ensemble seine "Musical Night 2007" vor vollem Haus.

Repertoire und Renommee des Chores haben sich herumgesprochen, und das Rezept ist das gleiche geblieben. Wie in den vergangenen Jahren gibt es in der "Musical Night" viele der schönsten Melodien zu hören: "Erinnerungen" aus "Cats", "Gott deine Kinder" aus dem "Glöckner von Notre Dame", den Titelsong "Fame" aus dem gleichnamigen Musical, "Time Of My Life" aus "Dirty Dancing", "Engel der Muse" aus dem "Phantom der Oper", zum Schluss die besten Songs aus "Grease" und dazwischen Stücke aus den Musicals "Rebecca", "Romeo und Julia", "Chicago", "Tanz der Vampire", "Elisabeth", "Falko" und "Die drei Musketiere" - und alle Songs sind mindestens gut, viele hervorragend gesungen und bis ins kleinste Detail wunderschön inszeniert.

Der Chor verfügt inzwischen über einen riesigen Kostümfundus, der die armen Bettler aus "Elisabeth" genauso umfasst wie Kaiserin Elisabeth und ihre Prachtkleider selbst, der die Nachtclub-Tänzerinnen aus "Chicago" ebenso toll in Szene setzen kann wie die Petty-Coat-Girls aus "Grease".

Ein bisschen geschafft, ganz doll begeistert

Dazu kommt ein Bühnenbild, dass die jungen Sänger gekonnt ins rechte Licht rückt und mit einigen Highlights - etwa der Gondel aus dem "Phantom der Oper" - die Musical-Nacht nicht nur zu einem ausgezeichneten Konzert-Abend macht, sondern zu einer großartigen Show.

Das Publikum war nach dem fast vierstündigen Programm zwar auch irgendwie geschafft - vor allem aber begeistert. Mit tosendem Applaus, Jubelpfiffen und Zugabe-Rufe bedankte es sich für eine wundervolle Show. Bis ins kleinste Detail inszeniert der Ruhrpott-Pourie-Chor jeden Song.


WAZ Online über Musical Night 2006 06.11.2006

Vampire und Marmelade

Spielen sich quer durch die Musical-Welt. Der Ruhrpottpourie Chor zeigte nun Moulin Rouge und Vampir-Tänze.

Knistern im Lito-Palast: ausverkaufte Musical-Night des Ruhrpottpourie Chores - erotisch und bitter-böse sowie ganz bissig-amüsant

Es knistert - und nicht zu knapp. Der Ruhrpottpourie Chor sorgte von Freitag bis Sonntag im Sterkrader Lito-Palast gleich dreifach dafür. Die Truppe zauberte ihre sechste Musical-Night auf die Bühne. Und alle Achtung: Erneut waren die drei Vorstellungen restlos ausverkauft.

Nochmal Achtung: Die Truppe ist kein hochbezahltes Musical-Ensemble, sondern weitestgehend sind es Musikschüler und Studenten. Es gibt noch eine Reihe weiterer beachtlicher Details, um die mittlerweile 60 Personen umfassende Truppe. Bei ihrem aktuellen Programm mit den besten Auszügen aus Moulin Rouge lohnte sich auch genaueres Hinschauen.

Rauchig-rötlich schimmert der Lito-Palast. Willkommen im Freudenhaus steht auf den Schildern. Und die Freude über das mit bitter-bösen Texten angereicherte Stück ist spürbar: knister, knister. Erotisch sicher, aber jugendgerecht allemal. Was wiederum Sinn macht, für einen Jugendchor auf der Bühne. So ist die Geschichte um das Moulin Rouge eine fesche Kostümparty. Knapp gefasst. Viele Eltern der Protagonisten haben beim Fertigen geholfen. Und die Ergebnisse - gleiches gilt für die Kulissen - genügen durchaus höheren Ansprüchen.

Was locker macht und unverkrampft gezeigt wird, ist bemerkenswert: Riesige Travestie-Nummern, Kicher-Alarm im Bettchen, Bein-Akrobatik in Video-Clip-Ästhetik. Wegschauen verboten - und ehrlich gesagt wäre dies auch grober Frevel. Denn auch die Kleineren im Chor haben ihren Auftritt. Sie fungieren, im Stück wären sie - klaro - fehlplatziert, als Überleitung der Kapitel. Dürfen nett ins Publikum grüßen und mit den Titeltafeln spazieren fahren.

Lieder gibt´s, solange die rote Laterne leuchtet - und das nicht zu knapp. "Lady Marmelade" - ziemlich lecker. "Ich bin was ich bin" - optisch opulent. "Big Spender" - hoher Ohrwurmfaktor. Das Wechselspiel aus feuriger Dynamik und anrüchiger Hauch-Mentalität gelingt - Applaus!

Die Musical Night zeigt sich kompakter: Die Konzentration auf zwei Stücke ist gelungen. So tummelte sich im zweiten Teil noch das jüngere Ensemble zum Tanz der Vampire. Und zeigte eine Zugabe in Überlänge: Mit zappelnden Vampiren und kleinen Schauergestalten ein amüsantes Vergnügen. Die Show mit der Truppe um Birgit Zacher und den Choreografien von Daniela Werner hatte jedenfalls Biss.


WAZ 14.11.2005 / Lokales OB

Aufgebrachter Pöbel stürmt Lito-Palast

Bewegende Szene aus "Die Schöne und das Biest" war nur ein Höhepunkt der umjubelten Musical Night in Sterkrade

Keiner kann sie aufhalten. Die aufgebrachte Menge bahnt sich mit Mistgabeln, Strohbesen und Teppichklopfern den Weg durch den altehrwürdigen Lito-Palast. Der Pöbel begehrt auf und bringt seine Forderungen mit einem flotten Liedchen laustark zum Ausdruck. "Die Schöne und das Biest" dient als Vorlage für diese beeindruckende Szenerie, die der Ruhrpott-Pourie-Chor am Wochenende dreimal ausverkauft zum Besten gab.

Seit fünf Jahren musiziert sich eine engagierte Nachwuchs-Truppe durch die launige Welt der Musicals. Und hört man beim Applaus der Besucher genau hin, erkennt jeder die helle Begeisterung für das mittlerweile 60-köpfige Ensemble. Dies kann aber nicht nur in den sicheren, stets sorgfältig choreografierten Darstellerbemühungen Begründung finden, sondern in der inhaltlichen Bühnenpräsenz. Wann schon bekommt man nicht nur ein weltbekanntes Musical auf den Brettern serviert, sondern gleich mehr als eine Handvoll bekannter Melodien in die Gehörgänge gehaucht? Die Ruhrpott-Pourieaner reisen seither durch die Klassiker des Genre und nehmen ihr Publikum gleich mit auf diesen Ausflug.

Gefühlvolle Melodien aus "Elisabeth", geschnurrter Charme der "Cats" oder kriminelle Knister-Erotik der Marke "Chicago". Die Auswahl war geschmacksneutral, was heißen soll, dass jeder Musical-Freund mit einer Selektion seines Lieblingsstückes bedacht wurde. Ein bunter Strauß musischer Töne, bei denen selbst "Joseph" oder der "König der Löwen" nicht außen vor blieben. Dass man gar nicht früh genug mit der Musical-Karriere beginnen kann, bewiesen die "Ruhrpöttchen", die wahren Kleindarsteller der Truppe. Manche kaum älter als der Chor selbst, begeisterten mit ihren Mini-Auftritten, ob als Katzenkinder oder Porzellantasse in einem Teewagen. Und später kann, das wurde bereits bewiesen, durchaus die große Bühne folgen. Einige Ruhrpott-Pourie-Mimen der ersten Stunde erhalten heute Engagements in großen Musicals oder studieren die Kunst des musikalischen Geschichtenerzählens professionell.

Mit bunten Luftballons und Blumenkränzen feierten das Moderationsduo Birgit Zacher und Michael Röder ausgelassen die gelungene Premiere am Freitagabend.